Helfen Sie Flüchtlingen in Überlingen!

Bürokratie versus Menschlichkeit

Mitten in Überlingen lebt seit 6 Jahren Frau J. aus Somalia mit ihrem Sohn. Seit 6 Jahren wartet sie darauf endlich wieder mit ihrer Familie, ihren Kindern zusammen sein zu können. Mit ihrem damals schwer kranken Sohn ist sie vor nackter Gewalt und den Bürgerkriegswirren in Mogadischu geflohen, weil sie hier auf eine gute medizinische Behandlung für ihn hoffte, die dank der Hilfe von Überlinger Bürgern auch möglich war. Ihre anderen fünf Kinder und ihren Mann,  den Vater der Kinder musste sie in einem jemenitischen UN-Flüchtlingslager zurücklassen. Nach vier Jahren wurde dann endlich ihr Asylantrag bewilligt, der Sohn ist inzwischen gesund und ein guter Schüler in seiner Klasse. Frau J. hat in Diakonie und Kirche eine Arbeitsstelle gefunden, bestreitet ihren Lebensunterhalt selbst und unterstützt Mann und Kinder, die in Äthiopien auf ein Visum zum Familiennachzug warten.  Ein Visumsantrag 2014 in Jemen war nicht möglich, da dort die deutsche Botschaft wegen der Kriegswirren geschlossen wurde. Mann und Kinder reisten also weiter ins Nachbarland Äthiopien und versuchten dort einen Visumsantrag zu stellen. Dies gestaltet sich unendlich schwierig: Allein einen Termin bei der Botschaft zu bekommen gleicht einem Hürdenlauf: dies ist nur online möglich; man braucht also Strom und Internet und viel, viel Geduld, denn täglich werden nur sehr wenige Termine freigeschaltet und es braucht viel Glück um für jedes Familienmitglied einen Termin zu bekommen. Wenn man da endlich Glück hat; liegen die Termine allerdings erst 3-4 Monate später.

Endlich konnte die Familie J. im April in der deutschen Botschaft vorstellig werden, wurde aber an der Pforte zurückgewiesen, da sie keine äthiopische Flüchtlings-ID (diese wird für somalische Flüchtlinge auch nicht vergeben, denn das Land nimmt keine somalischen Flüchtlinge auf) vorweisen konnten, sondern nur somalische Pässe und einen UN-Flüchtlingsausweis. Es hieß sie müssten in die deutsche Botschaft nach Nairobi, was ca. 1600 km entfernt liegt.  Durch die Intervention eines deutschen Rechtsanwaltes gelang es, die Botschaft dennoch dazu zu bewegen die Visumsanträge der Familie zu bearbeiten. Doch wenn man meint, nun würde es endlich vorangehen, hat man sich getäuscht: Obwohl für alle Kinder Abstammungsnachweise und Pässe vorliegen hat die Botschaft die Familie nun aufgefordert Ihre Blutsverwandschaft durch ein DNA-Gutachten nachzuweisen, dass von einem deutschen Labor erstellt werden muss. Die Kosten dafür betragen für die Eltern und 5 Kinder ca. 1600 € und sind von der Familie J. selbst zu tragen. Doch wie soll Frau J. als Alleinverdienerin der Familie dies viele Geld bei einem Monatsgehalt von 1200 € aufbringen? Man gewinnt den Eindruck, als wollen die Behörden einen Familiennachzug mit allen Mitteln verhindern. Gelten Menschenrecht und Menschenwürde nicht für alle Menschen dieser Erde? Mit diesem Vorgehen werden Flüchtlinge erst recht in die Hände von gefährlichen Schlepperbanden  gedrängt – was sollten sie in Verzweiflung denn auch anderes tun?

Damit Frau J. endlich ihre Kinder wieder bei sich haben kann, haben wir uns entschlossen eine Spendensammelaktion zu starten, um zumindest die Kosten für den DNA-Test für die Familie zu decken (Konto Ev.Kirchengemeinde Überlingen IBAN: DE75690500010001008259 BIC: SOLADES1KNZ). Wir freuen uns über jeden Beitrag!  Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!! 

 

Herzlichen Dank den vielen Spenderinnen und Spendern!

Bis heute wurden 1639 € gespendet. 1860 € kostet der DNA-Test. Dazu kommen noch Kosten für die Klinik in Addis Abeba, wo der Test bei den Familienangehörigen durchgeführt  wurde in Höhe von 500 €. 

Mit Ihrer Hilfe wurdees möglich den für die Familienzusammenführung erforderlichen Abstammungsnachweis der Familienangehörigen durchzuführen und so hoffentlich der tatsächlichen Einreise der Kinder und des Ehemannes von Nadyia J. näher zu kommen. Zur Zeit warten wir noch auf eine Nachricht der Botschaft in Addis Abeba. Die Familie ist unendlich dankbar, dass sie so viel Unterstützung erfährt – dieser Dank sei Ihnen hiermit weitergegeben. Wie gut, dass es freigiebige Menschen wie Sie mit großem Herzen und weitem Geist gibt